Stets offen, gähnend leere Regale?

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Das Gottlieb-Duttweiler-Institut sieht die 24-Stunden-Gesellschaft am Horizont. Ein Indiz sei der Erfolg der Online-Shops, die 24 Stunden am Tag offen seien. Coop eifert mit immer längeren Ladenöffnungszeiten voran. Weil es die Gesellschaft so verlange. Zögerlich zieht die Migros nach.

Nun finde ich, dass es kaum nötig ist, die Läden der Grossverteiler partout bis in alle Nacht offen zu halten. Das Verkaufspersonal besteht ja nicht nur aus Studierenden, die ach so gerne abends und in den Randstunden arbeiten. Sind es nicht vielmehr Frauen – seltener sieht man Männer -, die auf ihren Job angewiesen sind und vielleicht auch lieber daheim bei der Familie wären? Wie wohl viele der Apologeten der permananten gesellschaftlichen Betriebsamkeit .

Immer offen, wie ein thailändischer Bus – das Ideal für unsere Detailhandelsriesen?

Aber, ich gebe es zu: manchmal ist es schon sehr angenehn, mal etwas später einzukaufen. Als wir Samstags aus den Ferien zurückkommen, wollen auch wir einmal nach vier Uhr den leeren Kühlschrank füllen. So stehen wir also gegen fünf Uhr im Laden. Was uns entgegenschaut, sind gähnende Regale. Unsere gewohnte Bio-Vollmilch: Fehlanzeige, die ist ausverkauft (das ist in den vier Jahren, in denen wir diesen Laden besuchen, noch gar nie vorgekomen). Die Früchteauslagen sind spärlich. Die Würste ebenfalls ausverkauft. Beim Brot gehen wir gleich weiter – immerhin hat es noch die Glacé-Sorte, die unser Sohn mag. So ist das also mit den langen Ladenöffnungszeiten.

Vorwahlzeit in Brugg

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Der Weg zum Bahnhof ist gepflastert mit usepützlete Chöpf. Gefotoschöpplet, dass die Altersfalten und Fettpickel hurtig den Reissaus nehmen. Das dauert, darf man doch in Brugg gefühlte fünf Monate vor Wahltermin die Einwohnerrats-Aspiranten (es gibt auch Aspirantinnen) plakatiert in den sauren Regen stellen. (Entsprechend ramponiert sehen die Damen und Herren vor der Wahl aus). Nein, fast erschreckender noch als die furchteinflössenden Plakate dünken mich die Sprüche, mit denen die Parteien allen Couleurs um die Gunst der Wähler buhlen. Es beginnt bürgerlich bieder mit einem Brückenschlag der CVP: «Brücken verbinden – wir auch!», meinen sie. Zumindest der erste Teil der flotten Schlagzeile ist nicht falsch. Aber in «Brugg» (!) wohl nicht die originellste Erkenntnis. Allerdings eine derart ansteckende, dass auch «Die SP verbindet». Viel mehr gibts zu den Genossen nicht zu sagen, und das ist schlimm genug.

Wenn die SP schon nicht zu Fantasien anregt, dann bewegen uns immerhin die Grünen mit ihrem schaurig schönen Slogan «Die Ansicht hängt vom Standpunkt ab». So viel Tiefgang macht nachdenklich. Einfacher ist es da mit den «echten Bürgerlichen» – der SVP. Die gehen «zweckmässig, massvoll und sinnvoll» ans Werk. Das versteh ich zwar auch nicht, aber es tönt derart dynamisch, dass ich fast zur Zustimmung neige. Zum Glück retten mich davor gerade noch die anderen Echten, die «Echten Liberalen» (FDP). Die kennen ihre Wähler: «Wer Leistung wählt, wählt Liste 1». Denn, obacht: «Wir machen Brugg». Voila, nun wissen wir es. Schade nur, dass in der heutigen Zeit niemand mehr Leistung wählt. Darob komme ich zum Schluss: Wenn Wahltag Zahltag wäre, sie müssten allesamt Hunger leiden, die Aspiranten aus Brugg.

Was dazwischen geschah

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Nie mehr König –  Auszeit – Chief Baby Manager – Ingenieure – Auszug aus dem Paradies – Aargau – Loftleben – frohes Erfahren des Stockwerkeigentums – Jungunternehmer – zweiweg – Pflanzbeet – Briobahn – und das eine oder andere Jährchen.

Königlicher Wanderpokal

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0801_dreikoenigNach vielen Jahren des dreiköniglichen Zusammensein hat V. für den Dreikönigstag einen Wanderpokal gestiftet. Damit der König nicht vergisst, dass er König ist. Ein schöner Pokal ist es. Der König glänzt im Lichte seiner Würde. Und der König ist nicht nur ein König, sondern auch ein Korkenzieher. Korkenzieher sind uns immer willkommen, vor allem und nicht zuletzt auch am Dreikönigstag. Doch am allerschönsten finde ich, dass der königliche Korkenpokal nun für ein Jahr bei mir zuhause steht – und ich damit den nächsten Dreikönigsschmaus ausrichten darf. Jawoll, liebe Untertanen: ICH BIN KÖNIG!

Die Neue

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Das neue Jahr bringt die eine oder andere Neuerung: Die neue Vignette fürs Auto zum Beispiel, ein Klassiker, den man nur zu gerne vergisst (ich erinnere mich: Grüezi, Kantonspolizei Aargau, min Name isch Meier…..- kostet 100 Fränkli). Heute, beim ersten Einkaufen in diesem Jahr, fällt mir mit vollem Einkaufswagen vor der Kasse ein, was auch noch neu ist: die EC-Karte. Gut, ich hab die Neue dabei, doch der neue Code will mir partout nicht einfallen. Im Klingebeutel klingelt es auch nicht heftigst. Gerade mal ein einsames Zehnernötli blickt mir mitleidig entgegen. Frohes neues Jahr!

«Unbehandelte» Zitronen

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Bei der Migros gibt es “unbehandelte” Zitronen. Die Anführungs- und Schlusszeichen stammen nicht von mir, sondern von der Migros, so steht es im Laden. Und kleingedruckt: nach der Ernte unbehandelt. Woraus der interessierte Hausmann schliesst, dass die Zitronen vor der Ernte mit Pestiziden behandelt werden. Auch wenn ich den Schritt der Migros hin zu mehr Transparenz begrüsse, die eigentliche Frage wird nicht beantwortet: hat es nun auf diesen “unbhandelten” Zitronen Pestizide oder nicht? Was ist der Unterschied zwischen “unbehandelten” Zitronen und Bio-Zitronen? Und was, bitte schön, was soll der verwirrte Hausmann nun kaufen?

Palmolive

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Im Palmolive lässt es sich gut baden. Zumndest, wenn man Claire glaubt (”Sie baden gerade Ihre Hände darin.” – “Im Geschirrspülmittel?” – “Nein, in Palmolive.”). Und was für die Hände von Claire und ihrer Abwaschkollegin gut ist, kann meiner Brille nicht schaden. So habe ich sie frühmorgens im Geschirrspülmittel – Nein, im Palmolive! – gut fünf bis zehn Minuten gebadet. Damit sie wirklich sauber wird, denn an diesem Tag stehe ich an einem grossen Kundenevent am Journalistenempfang. Leider, es lehrt mich die Erfahrung, ist für die Brille nicht gut, was die Hände zart macht. Denn als ich die Brille aufsetze, sehe ich erstmals gar nichts, ausser einigen grauen Schleiern – das Geschirrspülmittel hat die Verspieglungsschicht in bröcklige Schildkrötenhaut verwandelt. Nachtrag: Durch das lange Spülen in kaltem Wasser sehe ich immerhin wieder etwas, wenn ich auch weiterhin hinter Schleiern leben. Nachtrag 2: Nein, es liegt nicht an der besagten Marke des Geschirrspülmittels, es gibt nichts Besseres zum Geschirrspülen.

Tierische Moderatorin

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Dem Veterinär ist nichts zu schwär – so kommt es, dass die Nachfolgerin von Dr. Samuel Stutz (wie passend) die Tierärztin Jeanne Fürst wird. Wir freuen uns auf viele tierisch gute Sendungen.

Mit letztem Einsatz

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habe ich heute Nacht, als das Gewitter über unsern Balkon fegte, unsere Balkonpflanzen gerettet. Links und rechts schlugen die Blitze grollend in die Erde, der Regen peitschte nasse Gischt in mein Gesicht. Wagemutig packte ich mit beiden Händen den Salbei – da rutschte mir die Pyjamahose vom Gesäss.

Vom Plagiat zur Forschung

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Einen Autor abschreiben ist ein Plagiat, viele abschreiben ist Forschung. (Isabel Allende, Aphrodite) Ein Buch übrigens über die Lust – die Lust am Essen und an der Erotik und wie wie zusammengehören.

Zitat

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In einer Zeitschrift hab ich das folgende Zitat gefunden:

Das Beispiel Winkelried zeigt: der wahrhaft Mutige gewinnt auch ohne Spiess.

Nun frag ich mich, wass will mir der Verfasser (es muss ein Mann gewesen sein) sagen? Erinnern wir uns an die Geschichtsstunde: Der Herr Winkelried Arnold stellte sich in der Schlacht zu Sempach den Österreichern entgegen. Ohne Spiess tat er dies. Mit den Worten “Sorget für mein Weib und Kind” (oder auch “Der Freiheit eine Gasse”) liess er sich spiesslos aufspiessen. Ein Gewinn für die Eidgenossen, gewiss. Aber der arme Winkelried endete wie die Grillsau – am Spiess. Mich dünkt, dies ist nicht sehr erstrebenswert.

Klassenfoto

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Die auf Klassenfotos spezilailsierte Fotografenfamilie Haagmans hatte zwischen 1927 und 1995 fast jede Schülerinn und jeden Schüler im Kanton Zürich vor der Linse (übrigens auch mich). Der Lehrmittelverlag des Kantons Zürich hat dieses Archiv erstanden, digitalisiert und aufs Internet gestellt. Leider auch und vor allem zu kommerziellen Zwecken, die Bilder können nur in Preview-Qualität betrachtet und lediglich als Print gekauft werden (und etwas mehr Bandbreite hätte dem Server auch nicht geschadet, man wartet saulang). Das ist recht schade für diese ansonsten tolle Idee. Trotzdem ist es ein Vergnügen, in der Vergangenheit zu kramen. Und ein fröhliches Ratespiel. Welches Pickelgesicht bin ich? Wie hiess sie, sie mit den blonden Locken? Und verdammt, ich bin bereits älter, als mein Lehrer damals war.

Weggespühlt

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Heute habe ich meinen Batch einer schon fast ehemaligen Kollegin ausgeliehen, die ihren bereits abgegeben hat. Sie musste auf die Toilette. Seither ist mein Batch unauffindbar.

Gegenverkehr

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Schon am ersten Tag unterwegs mit dem Mietauto bin ich in einer sizilianischen Kleinstadt dummerweise in eine Einbahnstrasse rein gefahren. Der nette Pollizist, der mir in seinem unverkennbaren Polizeimobil glücklicherweise entgegen fuhr, hat sich einen gröberen Schranz in die Uniform gelacht. Und ich habe rückwärtsfahren geübt.

Was nahe liegt

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Oft sehen wir die Dinge nicht, die geradewegs vor unserer Nase stehen. So wie ich gestern beim Kochen ganz verzweifelt das Olivenöl gesucht habe, das üblicherweise auf der Ablagefläche gegenüber dem Kochherd steht, ganz hinten an der Wand. Aber dort stand es nicht, ich habe im Kühlschrannk gesucht, im Altglas, in allen Schränken und dann halt eine neue Flasche aufgemacht. Dann hab ich die offene Flasche gesehen – sie stand nicht an der Wand, sondern zwanzig Zentimeter weiter vorne. Also direkt vor meiner Nase. Ich muss dort gelegentlich wieder vorbei schauen, vielleicht find ich ja noch mehr, was ganz nahe liegt.

Nahe liegt auch der Montagmorgen – zum ersten Mal in meinem Leben darf ich dann in einem Grossraumbüro arbeiten. Das stärkt den Teamgeist. Mal schauen, wie lange es geht, bis sich das Team auf den Geist geht. Zugegeben, der Kalauer ist eher billig. Aber angesichts der mit der ganzen Zügelei im Büro verbundenen Aufregung nicht ganz abwägig. Ich bin ziemlich froh, dass ich bei dieser Aktion nicht dabei sein musste und etwas gwundrig, wie ich am Montag sitzen werde.

Siesta

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Endlich ist es wissenschaftlich bewiesen. Ein Nickerchen nach dem Mittagessen schützt ebenso verlässlich gegen Herzinfarkt wie Sport. So stand es in der Sonntagszeitung. Gerade für mittelalte Herren, sagt die griechische Studie, ist die Siesta ein probates Mittel gegen ein verfrühtes Ableben. Es sei so. Ich bin schon wieder verflixt müde. Und tu was für meine Gesundheit.

Cappuccino auf Berner Art

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Da sassen sie vor mir, die zwei Kaffee-Helden. In einem Cafe in Bern, in dem die 70iger Jahre stehen gebliieben sind. Ein Tisch ist reserviert für den Hund des Patron, der auf einer gepolsterten Sitzbank schläft (der Hund, nicht der Patron). Daneben nehmen wir Platz. Ich bestelle einen Expresso, Kollega U.einen Cappuccino. “Den Cappuccino machen wir mit Schlagrahm”, sagt der Wirt. U. ist zwar etwas irriertiert, aber dennoch, er bestellt den Schlagrahm-Cappuccino, dem sich auch Kollega M. anschliesst. In der Küche hört man den Kisag-Bläser Rahm blasen. Der Wirt serviert in Teegläsern den Berner Cappuccino. Unten schwarzer Kaffee, oben eine dichte Rahmhaube. Da sitzen sie vor mir, die Kaffee-Helden, nehmen einen tiefen Schluck und verziehen das Gesicht. Entsetzlich sei er, dieser Kaffee, und überhaupt, Cappuccino sei nun wirklich etwas anderes. Dabei hat der Berner Rahm-Cappuccino-König gar nicht so unrecht. Der Cappuccino kommt vom – obacht! – österreichischen Kapuziner, einem normalen Kaffee, der eben mit Schlagrahm vermischt wird. Kapuziner desshalb, weil die Kutte der Kapuziner-Mönche dem idealen Braunton dieses Türkengetränks entsprechen soll.

An einem Samstag im Januar

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9.10 h Erste Amtshandlung: wir (Pluralis Majestatis) holen den Dreikönigskuchen. Vis-a-vis bei unserm Bäcker. Ein Anfang.
9.15 h Bei einem Kaffee legen wir das Menü fest, endgültig, abschliessend. Wir beschliessen: Mango-Lassi, Gemüsedipps (okay: der Originalitätsfaktor könnte höher sein) mit Tomatenquarksauce (Frau Betty), einer Koriander-Raita (eine indische Kochanleitung) und einer Avocado-Limonen-Creme (aus einem Fingerfood-Werk). Dann Salat. Und Jamies Pouletbrust mit Pilzen, Thymian und Weisswein in der Alufolie. Plus einen Kabeljau in der Folie (Frau Wildeisen) für A., für die Geh-Flügel zum Fleisch zählt, das sie nicht isst.
9.50 h Das Einkaufen beginnt.
11.05 h Wir irren durch die M. Wo haben wir wohl den Einkaufswagen abgestellt?
11.15 h Wir finden den Einkaufswagen. Richtig, wir brauchen noch Fisch.
11.35 h Wir irren erneut durch die M.
12.10 h Geschafft, wir stehen erleichtert an der Kasse.
12.30 h Wir sind zuhause, das grosse Aufräumen und Reinemachen.
13.30 h Wir beginnen mit der Avocado-Creme.
14.05 h Erkenntnis: Glasgefässe und Pürierstäbe sind nicht besonders kompatibel. Scherben bringen Glück.
14.07 h Wir entschliessen uns, die Avocado-Creme-Entscherbungsaktion abzubrechen. Unsere Untertanen werden es uns danken.
14.09 h Wir sitzen im Auto, auf zum erneuten Avocado-Pflücken
15.10 h Die Avocado-Limonen-Creme ist fertig.
18.30 h Seit der Avocado-Tunke haben wir auch die andern Söselis gemischt, den Salat vorbereitet, den Fisch in die Folie spediert, die Pilze gerüstet, den Thymian zerpflückt und den Wein entkorkt.
18.35 h F. ruft an, sie hängt im Büro fest und kommt “etwas” später (ja, ja, das kommt davon, wenn man in solchen Branchen schäffelet).
18.37 h Die Untertanen treffen ein.
18.40 h Wir machen V. an der Fernglockenbedienung die Haustüre auf.
18.48 h V. ruft aufs Handy an. Sie befindet sich irgendwo in unserem Hausblock, eingschlossen, hinter Türen mit Schnappschlössern.
18.55 h Wir finden V. Das Essen beginnt.
22.40 h Wir laden huldvoll zur Ziehung des Königs.
22.59 h Der König ist tot, es lebe der König! Diesmal trifft es F., schon wieder F., mein Vorgänger in diesem würdigen Amt.
23.10 h Ich gönn mit einen Grappa.

So ein Word

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Eigentlich möchte ich mit Word nur ein Inhaltsverzeichnis formatieren, das geht ruckizucki subito – sollte man meinen. Ist aber nicht so. Nach den “ersten” verweifelten Versuchen und Wutausbrüchen frage ich Word (das nette Feld oben rechts, das sich nicht entfernen lässt) höflich: Inhaltsverzeichnis formatieren? Und siehe da: folgende Egebniss liefert mir die Word-Suche (die besten 5):

1. Handzettel für Hausverkauf mit Foto, Umgebungskarte und Grundriss
2. Geschenkgutschein (ohne Rahmen, 3 Gutscheine)
3. Geschenkgutschein (unterschiedliche Farben, 3 Gutscheine)
4. Geschenkgutschein (bunter Rahmen, 3 Gutscheine)
5. Ueberblick über Beschäftigungsverhältnisse und Gehälter

Danke für die Hilfe, liebes Word.

Vedischer Kochkurs

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Ich bin an diesem Kochkurs wohl der einzige Fleischesser und trage fröhlich einen Friedhof in meinem Bauch spazieren. Ich bin auch dem Alkohol nicht aus hehren Prinzipien vollständig abgeneigt (an diesem Tag gibts nur Tee). Kurz: die vedische Küche und ich passen nur bedingt zueinander. Ich liebe Chilli (zu viel Leidenschaft), Zwiebeln und Knoblauch (suboptimal für windfreie Meditationen) und noch viele andere Dinge wie Fisch und Fleisch und Eier (Hühner-Menstruation…), die die vedische Küche eher mit schiefem Blick anschaut. In einem Punkt sind wir uns aber einig: bei den Gewürzen. Die sind interessant und bereichern nicht nur die indische Küche. Eine Erkenntnis aus diesem Tag: Kochkurse und ich, das passt nicht. Und: Mein Bauch lebt ganz gut sowohl mit einem Tierfriedhof wie auch einem Komposthaufen – und zur Verdauung gibts einen Grappa.

Toiletten-Blick

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Eine kurze Umfrage, Geständnisse und Beobachtung bringen es an den Tag: Männer sind anders als Frauen. Auch was die Bedürfnisse beim Bedürfnis anbelangt. Männer lesen auf der Toilette. Frauen nicht. Oder sie geben es nicht zu. Oder sie tun es nur selten. Doch Männer lesen, alle Männer tun es. Sie lesen Fachbücher, Comics, Krimis, hohe Literatur – weniger oft Gedichte. Sie lesen natürlich die Zeitung. Bei uns im Büro lesen die Männer auf der Toilette am liebsten den Blick. Manchmal auch den Tagi. Das muss tief in unseren Genen verwurzelt sein, das unterscheidet uns von den Frauen. Männer sind anders, auf der Toilette.

Kalt geduscht

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Das Bonmot über abenteuerliche Fluggesellschaften – runter kommen sie immer – verliert seinen ironischen Charme, wenn man in einer Maschine sitzt, in der beim Start kurz vor dem Abheben drei Reihen weiter vorne aus der Decke plötzlich fontänenhaft Wasser schiesst. Der Herr, der darunter sass, wurde nass und blass. Und ich hab mir gedacht: Ferien im Tessin wären auch noch schön gewesen. Immerhin schien die Crew nicht beunruhigt – der genässte Mann wurde mit freundlichen Gesten umplaziert – und die Wasserfontäne wandelte sich in Wasserdampf, der fast schon freundlich aus den Belüftungsschlitzen schwadete.

Putzmann, ade

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Gestern hat mir mein Putzmann den Laufpass gegeben. Verflixt, da muss ich nun entweder selber wieder zum Staubsauger und den andern Putzutensilien greifen, oder rasch eine neue “Perle” suchen. Beides ist anstrengend. Auch wenn die Lage also dramatisch ist, die Begründung, warum er nicht mehr will, entbehrt nicht einer gewissen Komik. So lese ich in seiner Kündigung: “Ich rege mich viel zu stark auf über die starke Verschmutzung…”. Nun bin ich tatsächlich der gelebten Ansicht, dass ich meine Wohnung nicht gross reinige, wenn ich mir denn schon einen Putzmann leiste, sonst aber bin ich ein ziemlich reinlicher Mensch und meine Wohnung ist (fast) immer im grünen (und nicht im schimmelgrünen) Bereich. Tja, da bleibt mir nur noch, meinem Putz-Ex viel Kraft und Meister Proper für sein weiteres Leben zu wünschen; und möglichst viele Kunden, die ihre Wohnung vor seinem Besuch auf Hochglanz polieren.

Quotient

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Die Deutschen sind gemeinsam miit den Holländern (Wohnwagenreisen bilden) die cleversten Europäer, mit einem durchschnittlichen IQ von 107 liegen sie knapp vor den Polen (!) mit 106, den Schweden und den Italienern. Erst dann folgen die Schweizer, mit einem IQ von 101 gleichauf mit den Österreichern. Einiges dümmer sind die Briten und die Franzosen, abgeschlagen am Schluss die Rumänen, die Türken und die Serben. Aber es gibt Gerechtigkeit: die Serben haben dafür 128 Mal pro Jahr Sex und liegen damit auf Platz drei, hinter den nimmersatten Kroaten (134) und Griechen (138). Wir Schweizer treibens gleich wie die Deutschen 104 Mal im Jahr (wen es interessiert: die Österreicher liegen bei 105). Doch eigentlich möchte man Pole sein: die sind gleichzeitig klug und mit 115 erotischen Einsätzen auch bettbefliessen.

Was ich wünschen tät

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Wenn der Server morgens um sieben Pause macht, so wie heute, möge er dies meinem Wecker das nächste Mal doch frühzeitig mitteilen. Vor sechs Uhr, wenn möglich. Und ihm sagen, er soll mich ein oder zwei Stündchen länger schlafen lassen. Kurz: die nahtlos integrierte, durchgängig vernetzte End-to-End-Server-Wecker-Lösungen, das wünsch ich mir.

Spoesie

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Spam ist ärgerlich, Spam ist unwillkommen. Die Zeit ist nicht mehr fern, da muss ich meine Mailadresse ändern. Aber noch zögere ich. Denn statt der sonst üblichen PenisverlängerungsViagraUhren-Spam, bietet man mir des öftern interessante Dinge an. Da fragt mich doch jemand, warum ich meine Rechnungen nicht bezahle, oder ob ich etwa gar nicht in der Lage bin dazu. Erfreulicherweise ist es kein Kredithai, der hier seine Netze auswirft, sondern ein Buchverlag mit einem Schuldenratgeber. Obskur, aber nicht obszön. Warum aber jemand ausgerechnet mir einen 1500-Watt-Dampfreiniger anpreist, muss wohl für immer im Dunkeln bleiben. Während ich schon fast überlege, ob ich mir den mit Gas-Lift höhenverstellbaren “Leder – Design – Barhocker aus echtem Buffalo Leder fuer hoechste Ansprueche” näher anschauen soll. Aber ich brauch den Lift-Barhocker ebensowenig wie Versand-Kunstpflanzen, Terassenheizer, eine mobile Nebelmaschine oder etwa einen Chefsessel. Obwohl, man weiss ja nie, wann man in die Lage kommt. Auf dem Chefsessel, so denke ist, wäre dann auch eine Nebelmaschine ein nützlich Ding. Ich glaub, ich muss nun doch meine Mailadresse schleunigst ändern.

Entlassung

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In gewohnter Eloquenz hat mir der Zivilschutz – pardon: Schutz & Rettung – mit einem Einzeiler mitgeteilt, dass ich aufgrund meines Jahrgangs (ächz) nun ehrenvoll (ok, das stand nicht drin, ich find aber, es würde passen) aus dem Dienst entlassen bin. Jä nu so denn: Mäld mi ab. Von meinem verantwortungsvollen Amt als Beschützer von Witwen und Waisen, von Weinkellern und Hobbybastelräumen. Ja, es war schön.

Ich bin König

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Der Tag beginnt königlich. Als ich nach dem Aufstehen das Licht anmache, gibt es einen scharfen Knall. Der Strom ist weg, in der ganzen Wohnung, die Sicherungen aber sind ganz. Nach dem Hauswart kommt der Elektriker kommt das Licht. Ich komme verspätet zur Arbeit, und dafür gibt es keine Mittagspause. Am Abend der traditionelle Dreikönigsschmaus im erweiterten Historikerkreis. Wer König wird, muss darf die Zusammenkunft im nächsten Jahr organisieren. Wen es wohl diesmal trifft? Exakt, der Tag endet königlich.

Blümerant

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Es ist nicht die Feder, die dem schönen Wort blümerant Pate stand. Mir wird blümerant, oder: mir ist blümerant – der Ausdruck stammt aus dem 17. Jahrhundert von “bleu mourant”: matt-blau oder blass-blau. Blaussblau war dazumal – man pflegte sich gerade wieder einmal die Köpfe einzuschlagen und stand im 30jährigen Kriege – eine eigentliche Modefarbe, der man an allen Ecken und Enden begegnete. Und irgendwann vollständig überdrüssig war, so dass einem recht elend wurde, wenn man die Farbe nur schon sah. Dies hat zu einer volksetymologischen Umdeutung geführt, so dass blümerant Ausdruck wurde für eine elende Gemütsverfassung. Ich gebrauche blümerant aber auch für physische Gerechen vielerlei Art.

Neue Nachbarn

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Unsere neuen Büronachbarn sind im Wellnessgeschäft, erzählt Kollege R. R. hat die Chefin im Lift getroffen. Wellness? Ja, Massagen. Übernimmt das die Krankenkasse, hat R. sie gefrag? Eher nicht, meinte die Chefin. Und Stundenservice sei auch möglich, hat sie gesagt. Stundenservice? Wir rätseln. Seit unsere neuen Nachbarn ihre Homepage aufgeschaltet haben, hat das Rätseln ein Ende. Mehrere Damen und zwei Herren bieten ihrer Klientschaft Massagen unterschiedlichster Ausprägung, jedoch mit einer Gemeinsamkeit: einem “erotischen Abschluss”. Da wir alles moderne, aufgeschlossene Menschen sind, bleiben wir gelassen. Das entspricht einem gesellschaftlichen Bedürfnis, meint A. und nippt an seinem Kaffee. Überhaupt, es geht ja gar nicht um Sex, sagt E. Und reisst unnötigerweise die Diskussion vom Zaun, was denn als Sex gelte – Herr Clinton grüsst. Auch wenn wir uns nicht einig sind, sind wir uns in einem einig: unsere neuen Nachbarn sind voll ok und ziemlich nett. Und doch ertappen wir uns dabei, dass wir die Männer, die in unserer Liegenschaft ein und aus gehen, mit anderen Augen anschauen.

Flockige Fotos

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Da hab ich mir einen Text durch Google übersetzen lassen – und eine trockene Newsmeldung verwandelt sich in puure Poesie.

Informatiker stellen ‘ die helle Feldkamera her ‘, die flockige Fotos verbannt

Alle wir haben ihm getan. Verloren das priceless Kodakmoment durch das Reißen eines Fotos, das körnig war, dunkel, overexposed oder unscharf. Während Benutzernichtigkeit häufig an der Wurzel unserer blurry Snapshots ist, können die Begrenzungen auf herkömmliche Kameras außerdem tadeln sollen. Aber Stanfordinformatiker lassen jetzt Fortschritte das flockige Foto bekämpfen, indem sie fotographische Technologie in scharfen Fokus holen…..

Frau Vogel

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Dass die im Kanton Zürich für die Vogelgrippe zuständige Kantonstierärztin Frau Vogel heisst, ist nicht unpassend. Auch wenn dieser Umstand dem Herrn Bigi im täglichen Talk höchste Konzentration abverlangte – und er sie einmal beinahe Frau Vogelgrippe nannte.

Alpen-Jackson

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Zufallstreffer beim zappen: Stuckrad bei den Schweizer trifft in St. Moritz den Piero – Stichwort: Musikschtaar – beim Schifahren, der mit Sonnenbrille und tuchbedecktem, behuteten Haupt tupfgenau so aussieht wie Michael Jackson, kurz bevor ihm die Nase aus dem Gesicht faulte. Sagt Stuckrad zu Piero: also wirklich, du sieht ganz toll aus, dagegen ist David Bowie – ein Musiker.

Ausgepottert

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Hatte Snape ein Verhältnis mit Lily? War Dumbledores Vetrauen in Snape doch gerechtgertigt, auch wenn dieser den Schulleiter mit dem Avada Kedavra meuchelte. Ist Harry schwul – und wenn nein: was genau hat er mit Ginny nach all dem Geknutsche im HP VI sonst noch alles angestellt? Wer es wissen will – in unzähligen Blogs und Foren wird spekuliert, dass sich die Balken biegen. Uns, die wir auch soeben und bis zum Nächsten ausgepottert haben, bleiben sie als Zückerli zwischendurch (via Google, Technorati & Co.).

Terminator

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Ein Pultordner mit Zahlen ist ein Ordner, der streng genommen kein Ordner ist, weil er nicht in einem Gestell steht, sondern eben auf dem Pult liegt und dort – ganz ähnliche wie ein richtiger Ordner – aufgeschlagen werden kann, um darin nicht unbedingt gelochtes Papier – aber doch Papier – abzulegen, nämlich so, dass es darin auf dem Pult liegt und zwar geordnet nach Zahlen, deren Anzahl 31 beträgt für die Anzahl der Tage eines Monats in seiner längsten Form, damit Papiere, die im Pultordner auf die Bearbeitung warten, dann wieder hervorgeholt und bearbeitet werden können, wenn die Zahl des Pultordners mit derjenigen des Tages des aktuellen Monates – es könnte also heute sein – übereinstimmt, wo die Berabeitung der gegebenenfalls auch gelochten Papiere fällig ist und dergestalt Ordnung nicht nur auf dem Pult sondern auch im Kopf herrscht. K. sagt ihrem Pultordner mit Zahlen Terminator. Eigentlich gefällt mir das besser.

Ab in die Garage

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Also am Zubi hats ja für einmal nicht gelegen – er hat seinen Kasten rein gehalten. Doch vorne, oh weh, da stand der Frei vor dem irischen Keeper wie das Kaninchen vor der Schlange. Jä nu, jetzt müssen wir halt in die Garage, meinte der Kommentator. Garage? Nein, natürlich Barrage. Ein freudscher Verhörer von mir, der ich mir unter einer “Barrage” herzlich wenig vorstellen kann. Aber wenn es denn sein muss – ich bin dabei.

A propos freudscher Verhörer: Am Dienstag war Elke Heidenreich zu Gast im Literaturclub und hat auf ein Büchlein hingewiesen, das die Freunde freudscher Verhörer erquicken wird, sollten sie es denn nicht schon kennen: “Der weisse Neger Wumbaba” von Axel Hacke und Michael Sowa – ein kleines Handbuch des Fehlhörens. Der Tiitel geht übrigens auf den Immergrünen “Der Mond ist aufgegangen” von Matthias Claudius zurück. Seine vertonte Zeile „und aus den Wiesen steiget / der weisse Nebel wunderbar“ hat sich in den grauen Zellen eines Musikfreundes zum Vers „und aus den Wiesen steiget / der weisse Neger Wumbaba“ verdichtet. Das ist Poesie.

Land unter, Gery

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Der Hochwasserkanzler geht baden. Nach Dresden ist die Welt nicht mehr so, wie sie war. Dabei hat sich nach der verlorenen Wahl alles so gut angelassen. An der Berliner Elefantenrunde lief Schröder nochmals zur Höchstform auf, giftelte gegen Journalisten und stellet klar: “Glauben Sie im Ernst, dass meine Partei auf ein Gesprächsangebot von Frau Merkel bei dieser Sachlage einginge, in dem sie sagt, sie möchte Bundeskanzlerin werden. Also, ich meine, wir müssen die Kirche doch mal im Dorf lassen.” Tja, da steht se nun nicht mehr, die Kirche. Dafür sitzt die Tante aus dem Osten in bälde auf dem Chefinnensessel – zusammen mit dem Müncher Weisswurschtkönig, der es so gar nicht mit den Östlern hat. Nur gut, bleibt uns der schöne Guido erspart (”Ich bin zwar jünger als sie, Herr Bundeskanzler, aber nicht blöder.”), auch wenn seine ungeschminkte geäusserte Vermutung, der Gery habe vor der Elefantenrunde einen zuviel gekippt, schon Klasse war. Aber alles in allem trifft uns die Wehmut angesichts der Vorstellung, dass der Bundeskanzler nun aufs Altenteil ins Reiheneinfamilienhaus muss. Land unter, Gery.

Bundes-Deodorant

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Den Herren und Damen im Bundeshaus stinkts. Unsere oberste Verwaltung verordnet den Reinigungsfachkräften, die tagtäglich ihre Toiletten und Urinarien putzen, sich möglichst gesäubert zur Arbeit zu begeben. Und ein geruchsneutrales Deodarant anzuwenden, wenn möglich unter den Achselhölen. Die Folge: Ein Sturm der Entrüstung, quer durch den Blätterwald.

Es ist in der Tat nicht falsch, dass an sommerlichen Tagen der vermehrte Einsatz von Deodorants – etwa in öffentlichen Verkehrsmittel – zu wünschen wäre. Da ist die Deo-Verordnung doch ein guter Anfang, der sich mühelos auch auf ander Berufsgattungen und Regionen ausweiten liesse. Warum also sind wir empört? Hat die politisch nicht ganz korrekte Verordnung den empfindlichen Nerv unserer uneingestandenen Vorurteile getroffen?

Koks und Hängebusen

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Aufregung bei den Superdünnen: Kate Moss kokst. Öffentlich. Die Ikone des Heroine-Schick nimmt Drogen! Und lässt sich dabei fotografieren. Die Journallie schürt Empörung, die Modwelt ist entsetzt. Zum Glück Berufsgattungen ohne Drogenproblem. Ein solches haben auch die Schweizer Laufstegartistinnen nicht. Um sich die rippenbetonte Figur zu erhalten, vertrauen sie voll und ganz auf gesunde Ernährung und Sport, vornehmlich auch Jogging. Ganz falsch, sagt Dr. Carlo Hasenöhrl aus Wien. Gerade Jogging trägt wenig dazu bei, Busen und Po zu straffen. Im Gegenteil. Die Bewegungen der Schwerkraft sorgen dafür, dass Haut und Fettgewebe der Problemzonen über Gebühr belastet werden. Dr. Hasenöhrl meint: Jogging führt zu Hängebusen und Cellulite. Stattdessen rät er, zur Festigung der weiblichen Figur aufs Rollerbladen auszuweichen (optimal für Oberschenkel und Gesäss). Und Nordic Walking zur Schonung des Gewebes. Walking? Da sollten die Damen auf dem “cat walk” zumindest eine Sorge weniger haben.

Gut, haben wir das Tessin

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Was braucht es, damit wir Schweizer fröhlich werden? Eine Stromschwankung im Tessin. Und den Komplettausfall der SBB. Wenn nichts mehr geht, hat das Zwischenmenschliche Hochkonjunktur. Ueli Schmetzer, der Barde vom Kassensturz, reisst im stehenden Regionalzug im Aargau begeistert eine Fete (es stand im Blick), lässt die Bierflasche kreisen und hat es “total lustig”. Zusammen mit den Partygästen von Mona Vetsch, die ihrerseits nun doch zu optimistisch für ihr Geburtstagsfest eingekauft hat. Auf den Bahnhöfen und in den Zügen erzählen sich wildfremde Menschen Witze. Man lacht und scherzt – und fühlt sich fast wie auf einer italienischer Piazza an einem heissen Sommerabend. Gut nur, dass zumindest Hazy Osterwald (ja, der lebt noch) samt Ehegattin Eleonore in Basel ausgestiegen sind und die Fahrt ins heimische Luzern auf den nächsten Tag verschoben haben. Die frohe Stimmung hätte in Ekstase umgeschlagen, wenn Hazy zur Trompete gegriffen und mit seiner Eleonore einen Kriminaltango aufs Parkett – pardon: Perron – gelegt hätte. Gut, haben wir das Tessin. So sind wir uns wieder einmal schwitzend nahe, von Mensch zu Mensch. Gut, bin ich Autofahrer. Sorry Ueli, vielleicht haben wir es ein andermal lustig zusammen.

Gut, haben wir das Tessin

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Was braucht es, damit wir Schweizer fröhlich werden? Eine Stromschwankung im Tessin. Und den Komplettausfall der SBB. Wenn nichts mehr geht, hat das Zwischenmenschliche Hochkonjunktur. Ueli Schmetzer, der Barde vom Kassensturz, reisst im stehenden Regionalzug im Aargau begeistert eine Fete (es stand im Blick), lässt die Bierflasche kreisen und hat es “total lustig”. Zusammen mit den Partygästen von Mona Vetsch, die ihrerseits nun doch zu optimistisch für ihr Geburtstagsfest eingekauft hat. Auf den Bahnhöfen und in den Zügen erzählen sich wildfremde Menschen Witze. Man lacht und scherzt – und fühlt sich fast wie auf einer italienischer Piazza an einem heissen Sommerabend. Gut nur, dass zumindest Hazy Osterwald (ja, der lebt noch) samt Ehegattin Eleonore in Basel ausgestiegen sind und die Fahrt ins heimische Luzern auf den nächsten Tag verschoben haben. Die frohe Stimmung hätte in Ekstase umgeschlagen, wenn Hazy zur Trompete gegriffen und mit seiner Eleonore einen Kriminaltango aufs Parkett – pardon: Perron – gelegt hätte. Gut, haben wir das Tessin. So sind wir uns wieder einmal schwitzend nahe, von Mensch zu Mensch. Gut, bin ich Autofahrer. Sorry Ueli, vielleicht haben wir es ein andermal lustig zusammen.

Giovanni – Klick – Schuhe

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“Der Dschovanni”, sagt sie, “der Dschovanni ist ein Schatz. Der hat mich gleich wieder erkannt.”

Giovanni, Wirt der Osteria Tre Fontane in der süditalienischen Ferienkolonie Tropea (..man spricht deutsch..), kennt sich aus mit Touristen. Jeder Gast ist ein Stammgast. Die zwei deutschen Damen nehmen den letzten freien Tisch in Beschlag. Tütenbeladen brauchen sie nach dem abendlichen Einkaufbummel eine Stärkung.

Die Dame mit der fülligeren Figur zeigt einen gezügelten Appetit. “Ach”, sagt sie, “ich nehm was Leichtes. Was ist denn frutta?”

Ihre Ferienbegleiterin, etwas jünger und sprachgewandter, erklärt: “Das ist Obst.”

Die Damen bestellen bei Giovanni frutta und einen primo – etwas pasta – für die jüngere Reisende. Dazu eine Karaffe Weisswein und eine Flasche Mineralwasser, con gaz. “Wenn wir nur nicht einen Schwipps davon kriegen.”

Die Dicklichere nippt am vino bianco und holt aus ihrer Tasche einen Fotoapparat hervor. “Eine schöne Erinnerung an einen schönen Moment.” Das Bild aufnehmen soll das australische Pärchen, beide Mitte 50, das einen Tisch weiter intensiv ins Grappaglas blickt. Vergeblich.

Die beiden Damen rücken die Frisur zurecht und setzen sich in Positur. “Pusch sä böttön – bis es blitzt”, sagt die Sprachgewandtere der beiden. Klick. Das Gastronomie-Erlebnisbild ist auf Zelluloid gebannt.

“Digitalkameras sind einfach praktisch, man sieht gleich, ob das Bild etwas geworden ist”, sagt die Dicklichere und seufzt nach einem Augenblick enttäuscht auf. “Viel zu hell, alles. Und von der linken Seite bin ich überhaupt nicht fotogen. – Lass es uns nochmals versuchen, von der anderen Seite ist es besser.”

Zu Hilfe kommt ein deutsches Pärchen, das in der Nähe sitzt. Der Herr hilft gerne. Man kennt sich auch schon, logiert im selben Hotel. Er nimmt den Fotoapparat, die Damen setzen sich erneut zurecht. “Sie müssen solange drücken, bis es blitzt”. Doch es passiert erst mal nichts, auch wenn der Herr sehr intensiv drückt. Nach einigem Hin und Her und eingehender Beratschlagung wird klar: der Fotoapparat ist nicht eingeschaltet.

“Keine Sorge, das kriegen wir schon hin.” Er nimmt den Fotoapparat erneut, die Damen blicken strahlend Richtung Kamera – und es passiert wieder nichts. Obwohl sich der Herr sichtlich Mühe gibt. Mit zunehmender Irritation stellt die Dicklichere fest: “Der Akku ist leer. Dann nehme ich für mein Fotoalbum die Rechnung mit.”

Der freundliche Herr pflichtet bei, bezahlt bei Giovanni und verlässt mit seiner Begleiterin das Lokal, eine adrett geleidete Dame in den besten Jahren, mit hochhackigen Stiefeletten.

“Also diese Schuhe, einfach geschmacklos”, meint die fülligere Dame und löffelt ihre frutta.”

Giovanni – Klick – Schuhe

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“Der Dschovanni”, sagt sie, “der Dschovanni ist ein Schatz. Der hat mich gleich wieder erkannt.”

Giovanni, Wirt der Osteria Tre Fontane in der süditalienischen Ferienkolonie Tropea (..man spricht deutsch..), kennt sich aus mit Touristen. Jeder Gast ist ein Stammgast. Die zwei deutschen Damen nehmen den letzten freien Tisch in Beschlag. Tütenbeladen brauchen sie nach dem abendlichen Einkaufbummel eine Stärkung.

Die Dame mit der fülligeren Figur zeigt einen gezügelten Appetit. “Ach”, sagt sie, “ich nehm was Leichtes. Was ist denn frutta?”

Ihre Ferienbegleiterin, etwas jünger und sprachgewandter, erklärt: “Das ist Obst.”

Die Damen bestellen bei Giovanni frutta und einen primo – etwas pasta – für die jüngere Reisende. Dazu eine Karaffe Weisswein und eine Flasche Mineralwasser, con gaz. “Wenn wir nur nicht einen Schwipps davon kriegen.”

Die Dicklichere nippt am vino bianco und holt aus ihrer Tasche einen Fotoapparat hervor. “Eine schöne Erinnerung an einen schönen Moment.” Das Bild aufnehmen soll das australische Pärchen, beide Mitte 50, das einen Tisch weiter intensiv ins Grappaglas blickt. Vergeblich.

Die beiden Damen rücken die Frisur zurecht und setzen sich in Positur. “Pusch sä böttön – bis es blitzt”, sagt die Sprachgewandtere der beiden. Klick. Das Gastronomie-Erlebnisbild ist auf Zelluloid gebannt.

“Digitalkameras sind einfach praktisch, man sieht gleich, ob das Bild etwas geworden ist”, sagt die Dicklichere und seufzt nach einem Augenblick enttäuscht auf. “Viel zu hell, alles. Und von der linken Seite bin ich überhaupt nicht fotogen. – Lass es uns nochmals versuchen, von der anderen Seite ist es besser.”

Zu Hilfe kommt ein deutsches Pärchen, das in der Nähe sitzt. Der Herr hilft gerne. Man kennt sich auch schon, logiert im selben Hotel. Er nimmt den Fotoapparat, die Damen setzen sich erneut zurecht. “Sie müssen solange drücken, bis es blitzt”. Doch es passiert erst mal nichts, auch wenn der Herr sehr intensiv drückt. Nach einigem Hin und Her und eingehender Beratschlagung wird klar: der Fotoapparat ist nicht eingeschaltet.

“Keine Sorge, das kriegen wir schon hin.” Er nimmt den Fotoapparat erneut, die Damen blicken strahlend Richtung Kamera – und es passiert wieder nichts. Obwohl sich der Herr sichtlich Mühe gibt. Mit zunehmender Irritation stellt die Dicklichere fest: “Der Akku ist leer. Dann nehme ich für mein Fotoalbum die Rechnung mit.”

Der freundliche Herr pflichtet bei, bezahlt bei Giovanni und verlässt mit seiner Begleiterin das Lokal, eine adrett geleidete Dame in den besten Jahren, mit hochhackigen Stiefeletten.

“Also diese Schuhe, einfach geschmacklos”, meint die fülligere Dame und löffelt ihre frutta.”