Cappuccino auf Berner Art

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Da sassen sie vor mir, die zwei Kaffee-Helden. In einem Cafe in Bern, in dem die 70iger Jahre stehen gebliieben sind. Ein Tisch ist reserviert für den Hund des Patron, der auf einer gepolsterten Sitzbank schläft (der Hund, nicht der Patron). Daneben nehmen wir Platz. Ich bestelle einen Expresso, Kollega U.einen Cappuccino. “Den Cappuccino machen wir mit Schlagrahm”, sagt der Wirt. U. ist zwar etwas irriertiert, aber dennoch, er bestellt den Schlagrahm-Cappuccino, dem sich auch Kollega M. anschliesst. In der Küche hört man den Kisag-Bläser Rahm blasen. Der Wirt serviert in Teegläsern den Berner Cappuccino. Unten schwarzer Kaffee, oben eine dichte Rahmhaube. Da sitzen sie vor mir, die Kaffee-Helden, nehmen einen tiefen Schluck und verziehen das Gesicht. Entsetzlich sei er, dieser Kaffee, und überhaupt, Cappuccino sei nun wirklich etwas anderes. Dabei hat der Berner Rahm-Cappuccino-König gar nicht so unrecht. Der Cappuccino kommt vom – obacht! – österreichischen Kapuziner, einem normalen Kaffee, der eben mit Schlagrahm vermischt wird. Kapuziner desshalb, weil die Kutte der Kapuziner-Mönche dem idealen Braunton dieses Türkengetränks entsprechen soll.

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